Presse





Mittel für Forschung nie ausreichend


29. April 2010

Förderpreise

Stiftung "Tumorforschung Kopf-Hals" zeichnet aus/Professor Strutz neuer Ehrenvorsitzender

Seit 18 Jahren setzt sich die Stiftung "Tumorforschung Kopf-Hals" für Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich ein. Jährlich vergibt die Stiftung deshalb Preise, um Pilotstudien und Projekte junger Wissenschaftler zu unterstützen. Nun gingen die Förderpreise an die Biochemikerin Carolin Bier von der Arbeitsgemeinschaft Molekulare und Zelluläre Onkologie an der Universitätsmedizin Mainz und an die Biologin Christina Crusius vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, HNO-Forschungslabor. Die Wissenschaftlerinnen waren von der Jury aus rund 30 Bewerbungen ausgewählt worden.


Förderpreise 2010

Die Stiftung Tumorforschnung Kopf- Hals vergab ihre
Förderpreise an Carolin Bier (links) und Christina Crusius (Mitte).
Die Schecks überreichten im Beisein weiterer Stiftungsaktiver und Förderer
Richard Patzke (links) und Professor Dr.Wolf Mann. Foto: hbz/Bahr


"Die Mittel für die Forschung werden nie ausreichen. Deshalb ist es wichtig, dass es Stiftungen gibt, die junge Forscher unterstützen", sagte Richard Patzke, Vorsitzender der Stiftung auf dem 16. Treffen des Kuratoriums der Stiftung am Montagabend im Hotel Favorite in Mainz. "Wir unterstützen Projekte, deren Ergebnisse Menschen wirklich helfen." Wie wichtig die Unterstützung der Forschungsarbeit ist, unterstrich Professor Dr. Wolf Mann von der Universitätsklinik Mainz, der die Stiftung mit gegründet hat und im Vorstand aktiv ist.

Carolin Bier beschäftigt sich in ihrem Forschungsprojekt mit dem neu entdeckten Eiweiß "Protease-Taspase", das wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Bildung von Tumoren im Kopf-Hals-Bereich spielt. "Ich will den tumorfördernden Wirkmechanismus der Protease 1 entschlüsseln und eine Substanz finden, die die Bildung von Tumoren verhindert", sagte Carolin Bier, deren Projekt mit 24 000 Euro gefördert wird.

Christina Crusius befasst sich in ihrer Arbeit mit einem Protein, das die Tumorentstehung und Ausbreitung verhindern kann, aber keine gesunden Zellen schädigt. Die Wirkung dieses synthetischen Derivates auf implantierte Tumore wolle sie nun im  Detail an Nacktmäusen überprüfen, sagte Crusius, die 26 000 Euro erhielt.

Im festlichen Rahmen, der wie immer, ausschließlich mit Sponsoren-Geldern finanziert wurde, wurde Professor
Wolfgang Strutz, Gründungsmitglied der Stiftung, deren Kapital mittlerweile 1,7 Millionen Euro beträgt, zum Ehrenvorsitzenden des Stiftungsrates ernannt. "Wolfgang Strutz hat die Stiftung mit seinem Engagement maßgeblich geprägt", sagte Klaus Adam, Vorsitzender des Stiftungsrates, bevor Professor Mann die
Laudatio hielt.

Der Geehrte selbst, der in der ihm eigenen locker-launigen Art sich bedankte, erinnerte aber auch an einen Motor der Stiftung, der nicht mehr dabei sein kann: Der verstorbene Wiesbadener Messebauer und Feste-Arrangeur Dieter Haupt hatte einst aus eigener Betroffenheit die Idee, speziell die Tumor-Forschung im Bereich Kopf/Hals zu unterstützen. In der ihm eigenen anpackenden Art hatte er rasch Gleichgesinnte gefunden und eine große Sache mit angestoßen.



Quelle: Wiesbadener Tagblatt, erschienen unter der Rubrik REGION WIESBADEN